Zigeunerwagenfahrt durch die ungarische Puszta – Teil 2 – Die Vorbereitungen

Nun, da das Urlaubsziel einstimmig angenommen und bereits gebucht war, sahen wir alle mit mehr oder weniger überzeugtem Gefühl dem Urlaub entgegen. Wir begannen mit den ersten Vorbereitungen: Einmal alle zur Verfügung stehenden – nicht ungarischen – Informationen kreuz und quer zu lesen. Doch viel fanden wir nicht heraus:

„Innen bietet der Zigeunerwagen alles, was für ein rustikales Zigeunerleben benötigt wird“

Was hieß das nun?

Erst nach der Restzahlung erhielten wir nähere Informationen (so nach dem Motto – „Ätsch, jetzt hast du schon gezahlt und kannst eh nicht mehr zurück, jetzt erzählen wir dir die schonungslose Wahrheit“ 😉 ) und lasen folgendes heraus:

  • Die Wagen sind rund 4 Meter lang und 2,20 Meter breit
    Hm, gut. Wir sind insgesamt 4 Personen (zwei davon rund 2 Meter lang). Schon rechnerisch konnte das interessant werden …

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  • gummibereift, mit einem tonnenförmigen Dach und einer guten Wärmeisolierung versehen
    Die Fahrt war wirklich bequem, aber gute Wärmeisolierung sollte man nicht zu wörtlich nehmen (oder waren die Bettdecken eh nur zur Abdichtung der automatischen Belüftung zwischen den Holzlatten in den frühen, kühleren Morgenstunden vorgesehen?).
  • Der Wagen verfügte über ein Stockbett
    (einige sogar über zwei – wir hatten zum Glück nur eines)
    Gut, dass sich die Durchschnittstochter freiwillig für das obere Bett  geopfert hat (wenn ich mich da raufzwängen hätte müssen, läge ich heute dort noch eingeklemmt …)
  • Es gibt eine Ablage, die als Doppelbett verwendet werden kann
    Diese wurde von uns als Koffer- und Durchschnittsmutter-Ablage verwendet …
    Denn hier baute ich mir ein nettes Schlafplätzchen zwischen Hintertür und Koffern. Ich traf es damit und dank meiner geringerer Körpergröße besser als mein Mann, der angesichts seiner Länge im Flur des Wagens auf einer Matratze schlief. So war jedoch auch die Vordertür durch seinen harten Schädel gesichert. 😉

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  • eine Gas-Kochgelegenheit
    Dank des am ersten Tag erledigten Großeinkaufs im Minimarkt (die Bezeichnung „Mini“markt war etwas übertrieben, denn „Mikro“ hätte ihn vielleicht noch besser beschrieben) und meiner mangelnden Kochkünste (natürlich nur auf diesem kleinen Raum ;-)) belebten wir die ungarische Wirtschaft durch unsere allabendliche Einkehr in diverse Lokale.
  • Geschirr, Pfannen, Töpfe in einem Schrank
    Geschirr und Besteck waren täglich beim Frühstück im Einsatz. Der Schrank mit Töpfen und Pfannen eignete sich gut als zusätzlicher Stauraum (vor allem für Schuhe).
  • Elektrokühlbox oder Kühltasche mit Akkus
    Bei 42 Grad Außentemperatur konnte man wirklich sagen, dass die Getränke in der Kühlbox kühler als draußen geblieben sind. Für Butter und Milch hätte ich sie aber nicht gerne verwendet.
  • Campingtisch mit 4 Stühlen
    Die waren praktisch an der Aussenseite verstaut und täglich beim Frühstück im Einsatz
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  • Bettwäsche
    Matratze war ok, Bettzeug naja. Der leichte Indoorschlafsack hat sich ausgezahlt!
  • Kleidertruhe
    Hm, die hat sich vor uns gut versteckt, ich denke, die wird unter der Ablage, die als Bett fungierte, gewesen sein
  • 2 Mal 20 Liter Wasserkannen
    Diese Kanister mit Wasser waren am Heck des Wagens befestigt und nur für die Pferde gedacht. Als nicht genannte Beigabe gab es einen Schwamm, dessen Bedeutung uns erst am ersten offiziellen Zigeunerwagentag klar wurde….
  • Hafer
    Dieser befand sich unter der Sitzbank und war dem Pferd vorbehalten.

Dies waren also die Gegenstände, die vorhanden waren. Doch es gab auch eine Liste mit empfohlenen Gegenständen:

  • Sonnenbrille, Sonnenkappe, Sonnencreme, Badesachen
    sehr wichtig! Bademöglichkeit gab es fast überall.
  • Wetterfeste Jacke und Pullover, für den „Zwiebellook“
    absolut unnötig bei 42°C 😉
  • Regenschutz, für Kinder eventuell Gummistiefel
    war bei uns zum Glück auch nicht nötig
  • Handtücher, Geschirrtücher, Spülmittel
    sinnvoll
  • Gewürze zum Kochen (kann man natürlich auch kaufen)
    wenn jemand kocht vielleicht sinnvoll – was weiß ein Küchenoutsider 😉
  • Beleuchtung (Taschenlampe, Gaslampe o.ä.)
    Sehr wichtig! Da man meist abseits von öffentlichen Wegen campiert, ist es in der Nacht sehr dunkel und daher sind Taschenlampe und Co sehr wichtig, da man sonst weder den – meist weiteren Weg zur Toilette – weder hin noch retour findet)
  • Mückenschutzmittel, Fliegenklatsche und Fliegenfänger
    Fliegenklatsche war vor dem Schlafengehen im Einsatz, doch waren die Insekten – vielleicht auch wegen der Hitze – nicht sehr lästig. Bewährt hatte sich ein Fliegengitter, das wir vor dem geöffneten Fenster anbrachten.
  • Reisetaschen statt Koffer
    Das war ebenfalls ein toller Tipp. Die Taschen lassen sich besser zusammenpressen und halten auch mal als Kopfpolster her.

Und so starteten wir – gut ausgerüstet für alle Fälle (auch dank unseres Ungarisch-Wörterbuchs, das nicht auf der Liste stand, aber doch hilfreich war) – ins Abenteuer und Richtung Ungarn …

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