Das wilde Burgenland – die Ameisenlöwen sind los!

Letztes Wochenende besuchten wir im Rahmen einer organisierten Familiensafari im Burgenland mit Jeep und Ranger unter anderem auch die Lange Lacke. Das Wetter war passend heiß, die Gegend erinnerte teilweise an eine Steppe und so war die Verwunderung auch nicht allzu groß, als uns der Ranger erklärte, er würde uns nun Ameisenlöwen zeigen. Etwas irritiert war ich jedoch über unsere Ausrüstung, die nur aus einem Fernglas bestand. Also kein Tropenhelm, keine Gegengiftspritzen und vor allem keine Einschläferungswaffen weit und breit ….

Doch zunächst zeigte er uns nur komische trichterförmige Löcher im Sand. Darin sollte sich also der gefährliche Ameisenlöwe verbergen.

Ameisenlöwentrichter
Fallen der Ameisenlöwen

Die Größe der Löcher ließ uns erahnen, dass wir uns diesen Tieren auch ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen nähern konnten. Der Name klingt nämlich viel furchterregender, als die kleinen Kerlchen eigentlich sind, doch werden sie ihrem Namen gerecht, wenn sie ihre Feinde (vorwiegend Ameisen) schnappen und sich wie ein hungriger Löwe auf sie stürzen.

Wir entdeckten also einen Trichter, den er in sandigem Boden gebaut hatte, um Feinden aufzulauern. Er war nicht sichtbar, doch durch einen kleinen Trick brachten wir ihn dazu, uns als Beute anzusehen (was für eine tolle Idee, schlafende Hunde zu wecken!) und Sand zu werfen. So wussten wir, dass er anwesend war und buddelten ihn aus, um ihn näher betrachten zu können.

Jetzt würde ich gerne sagen können, dass er eigentlich wie ein putziges kleines Kerlchen aussah, aber da ich nicht gerade als Insektenfreund bekannt bin, lasse ich lieber ein Bild sprechen und jedem seine eigene Meinung bilden:

Ameisenlöwe
Ameisenlöwe

Nachdem ich mich zur näheren Beobachtung todesmutig dem Tier dank der Trennwand der Becherlupe der Kinder, die das Tierchen gemeinsam mit dem Ranger gefangen hatten, auf einen Mindestabstand nähern konnte, kam auch schon die nächste sehr erbauliche Aussage des Rangers: „Übrigens gibt es hier auch Taranteln“. !!!!

Auch wenn er mir versicherte, dass man vor deren Bissen keine Angst haben bräuchte – den weiteren Weg ging ich a la Sherlock Holmes: Mit dem Kopf zu Boden gesenkt und nach Spuren der wilden Tiere Aussicht haltend. Diese Gangart war zwar nicht so ideal für unseren nächsten Programmpunkt, die Vogelbeobachtung, aber ich fühlte mich sicherer.

Weiter ging es mit weniger gefährlichen Tieren. Wir beobachteten süße Ziesel und erfuhren unter anderem, dass – als es Ziesel noch im Übermaß gab – ihr Fleisch für Gulasch verwendet wurde, sie nun aber als stark gefährdet eingestuft wurden. Ich beschloss es aber nicht darauf ankommen zu lassen und strich geistig das Gulasch von meiner Speisekarte …

Nachdem wir auch einigen Hasen beim Hoppeln zugesehen hatten, ging es per Jeep wieder zurück zum Ausgangspunkt der Familiensafari, in die Therme St. Martin. Ich wollte mir schon auf die Schulter klopfen, wie sicher, todesmutig und eloquent ich die Safari überstanden hatte, doch plötzlich sah unser Führer eine überfahrene Ringelnatter am Straßenrand liegen und hielt an. Wir erfuhren, dass jedem, der diese Schlange direkt angreifen würde (auf so eine Idee wäre ich allerdings im Leben nicht gekommen …), lange Zeit der Geruch von Verwesung anhaften würde.

Als der Ranger die Schlange also vorsichtig mit zwei Stöcken aufnahm, dachte ich schon, dass er sie mit meinem Glück sicherlich im Kofferraum unseres Jeeps mitnehmen würde (ich überlegte schon, den Rest des Weges zu laufen – allerdings hatte ich ja keine Stelzen dabei, und wer weiß, ob nicht eine Schlangenfamilie hinter der nächsten Ecke auf mich lauerte). Doch ich hatte Glück und ein anderes Team der Familiensafari kam mit ihrem Jeep vorbei, und kurzerhand bekamen sie die tote Schlange in den Kofferraum gelegt. Gerettet!

Nach diesem Abenteuer hatten wir uns den Rest des Tages in der Therme St. Martin redlich verdient.

St. Martins Therme
St. Martins Therme

Alles in allem bin ich wohl nun durch diesen Ausflug bestens für den Dschungel vorbereitet: Doch wohl nur für den Großstadtdschungel! 😉

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s